Baldrian

Baldrian zur Fütterung von Heuschrecken?

Echter Baldrian (Valeriana officinalis) hat viele Wirkungen - welche Wirkung er auf Futtertiere hat, behandelt dieser Post.

Eigenschaften des Baldrians

Baldrian ist ein enorm vielseitiges Kraut aus der Familie der Geißblattgewächse. Meist wird Baldrian mit den Eigenschaften in Verbindung gebracht, die wir Menschen seit geraumer Zeit kennen und schätzen: Die Inhaltsstoffe des Krautes wirken beruhigend und stresslösend und können dabei bei Angstzuständen oder leichten Einschlafproblemen genutzt werden. Hierbei wird die Wurzel des Baldrians in getrockneter Form genutzt.

Viele weitere Baldrian-Produkte, ob Badezusätze, Tees oder Katzenspielzeuge bereichern unseren Alltag.

Was hat dies nun mit Reptilien zu tun?

Eine Menge: Seit geraumer Zeit nutze ich Valeriana officinalis als Futtermittel für meine Heuschrecken, die zur Zucht, jedoch nicht zur Verfütterung angesetzt werden.

Baldrian ist enorm ausdauernd und kann im Garten, auf dem Balkon oder auch in der Wohnung kultiviert werden. Genügend Wasser vorausgesetzt, regeneriert Baldrian auch bei der Entnahme vieler Blätter schnell und erreicht Wuchshöhen von bis zu zwei Metern. Im Kübel kultiviert kann Baldrian allerdings auch kleiner bleiben.

Zufällig entdeckte ich, dass einige heimische Chorthippus parallelus sich an meinem Baldrian zu schaffen machten - diese Beobachtung behielt ich zunächst einmal als Alltagsbeobachtung im Kopf, bis - durch einen Unfall - eine ganze Zuchtreihe Weizengras kurzfristig eingegangen ist und meine Wüstenheuschrecken ihren Hunger anderweitig stillen mussten.

Ich machte mich auf, um in meinem Garten nach geeigneten Pflanzen zu suchen. So erhielten die Heuschrecken unbehandelte Maisblätter, Weinblätter, Blätter der Johannis- sowie Himbeere. Und Baldrianblätter.

Das Ergebnis verwunderte mich: Am nächsten Tag waren die sonst so beliebten, aber selten verfütterten Maisblätter, kaum angerührt. Himbeer- und Johannisbeerblätter wurden auch sonst nur im Notfall gefressen, sodass es mich kaum wunderte, dass diese ebenfalls noch vorhanden waren.

Interessant jedoch: Der Baldrian war weg. Restlos. Selbst der Stiel war nicht mehr zu finden. Ich beschloss, aufgrund der Inhaltsstoffe des Baldrians, die Heuschrecken ein wenig länger zu beobachten und nicht zu verfüttern. Das Ergebnis: Sie machten sich gut. Sehr gut sogar.

In einem Zuchtlauf löste der Baldrian, durch das feuchte Wetter im Frühjahr üppig sprießend, das Weizengras vollständig ab. Auswirkungen auf die Zucht: Keine. Die Heuschrecken vermehrten sich weiter prächtig, erschienen gesund und auch der Wasserhaushalt der Tiere schien ideal, der Kot der Tiere war unauffällig. Da die Baldrianwurzel für Reptilien giftig ist, verfüttere ich bisher keine Heuschrecken, die mit Baldrian gefüttert wurden. Als Futtermittel für adulte Tiere, die einen neuen Zuchtlauf beginnen, setze ich Baldrian jedoch mittlerweile gerne ein, da die Pflanze erheblich stabiler wächst als Weizengras.

Positiver Beitrag

Im Garten wachsend ist der von mir ausgesäte echte Baldrian zusätzlich ein Paradies für Bienen und andere Insekten. Vielleicht überlegt ihr es euch ja auch, die Pflanze bei euch anzusiedeln? Einen positiven Beitrag wird sie auf jeden Fall leisten.

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