Heuschrecken brut

Wanderheuschrecken: Eier ausbrüten

Hallo liebe Leser,

ich habe für meine Video-Serie "Wanderheuschrecken züchten" ein neues Video hochgeladen. In diesem erläutere ich, wie ich die Eier meiner Heuschrecken ausbrüte. Hier findet ihr den passenden Artikel dazu.

Allgemeines

Wanderheuschrecken treten in ihren Herkunftsländern in Massen auf und dies bedeutet, dass ihr, sofern ihr die Parameter der Herkunftsländer einigermaßen trefft, ebenfalls einen Bruterfolg haben werdet.

Eine Brutpflege existiert nicht - und genauso wenig solltet ihr jeden Tag an den Eiern herumwerkeln. Eine Sichtkontrolle ist ab und zu natürlich sinnvoll - auch sollte hin und wieder überprüft werden, ob das Substrat noch feucht ist. Wer es dabei allerdings übertreibt und die Eier ständig mit Werkzeug bewegt, der riskiert eine Beschädigung der empfindlichen Eier.

Grundsätzlich solltet ihr also zwei Dinge beachten:

  1. Betreibt keinen übertriebenen Aufwand (kein High-Tech-Zubehör, keine stündliche Kontrolle)
  2. Bleibt ruhig (Heuschrecken schlüpfen nicht exakt nach 21 Tagen? Stellt nicht sofort alles in Frage)

Was ihr benötigt

Nachdem ihr die Eier/das Ablagegefäß aus dem Heuschrecken-Terrarium entnommen habt, sollten diese zur Brut abgelegt werden. Ihr könnt die Ablagegefäße selbst mit etwas Gaze überspannen oder diese in einem größeren, abschließbaren Gefäß, unterstellen.

Zudem sollten die Eier warm stehen. Für diejenigen unter euch, die Terrarien besitzen, die mit Wärmestrahlern ausgestattet sind, ist unter Umständen schon ein Platz auf diesen Terrarien ausreichend, da die Abwärme der Lampen völlig ausreicht. Testet den Platz einfach mit der Hand: Fühlt sich die Stelle warm an? Wunderbar, ein Platz ist gefunden.

Ich in meinem Falle nutze wasserdichte Wärmematten - der Vorteil ist, dass ich damit größere Flächen erwärmen kann - und meine Heuschrecken sind wahre Eiablagemaschinen und somit benötige ich eine größere Fläche.

Über Ebay-Kleinanzeigen bin ich sehr günstig an ein altes Glas-Terrarium gekommen. Dieses nutze ich, um meine Eiablagebehältnisse unterzubringen. Der Glasboden ist gleichmäßig warm und ich kann die Luftfeuchtigkeit etwas besser kontrollieren, indem ich einfach eine Abdeckung auf das Terrarium lege, welche ich nach Bedarf verschieben kann. So kann ich für mehr oder weniger Lüftung sorgen.

Beispiel-Materialliste

Der Ablauf

In meinem Falle hat sich folgender Ablauf bewährt:

  • Tag 1: Einstellen des Ablagebehältnisses in das Heuschrecken-Terrarium
  • Tag 4: Herausnehmen des Ablagebehältnisses und Überführung in die Brutbox (beheiztes Glasterrarium)
  • Tag 14: Überführung des Ablagebehältnisses in das Zuchtbehältnis
  • Ab Tag 21: Schlupf

Tag 1

Am ersten Tag setze ich das Ablagegefäß in das Heuschreckenterrarium. Ich habe in der Vergangenheit ja mehrfach berichtet, wie ein Eiablagegefäß aussehen sollte - hier noch einmal die wichtigsten Fakten:

  • Breite und Länge: Sollten mindestens einer Heuschrecke bequem Platz bieten. Oft legen Heuschrecken aber auch zeitgleich ihre Eier; daher sind 10x7cm oder größer empfehlenswert
  • Höhe: Es ist wichtig, dass das Substrat eine gewisse Höhe aufweist, ansonsten kann es passieren, dass die Heuschrecken das Substrat nicht nutzen; daher sind 10cm (besser mehr) empfehlenswert
  • Substrat: Sand oder Erde (oder ein Gemisch). Zum Zeitpunkt des des Hereinsetzens sehr feucht bis nass. Danach nicht oder nur sehr selten nachfeuchten. Das Substrat darf trocknen, bis es nur noch leicht feucht ist. Durch die Wärme im Heuschreckenterrarium verliert das Substrat an der Oberfläche schnell seine Feuchtigkeit. In tieferen Lagen ist der Sand aber auch noch nach einigen Tagen feucht.

Tag 4

Am vierten Tag nehme ich das Ablagegefäß aus dem Heuschreckenterrarium (und setze natürlich ein neues hinein). Das Gefäß kann nun in den Brutbereich (warme Stelle auf dem Terrarium oder, wie in meinem Falle, beheiztes Terrarium) überführt werden. Achtet darauf, dass ihr das Gefäß ein wenig ausbruchssicher macht, für den Fall, dass ein paar Tiere früher als geplant schlüpfen.

Ihr könnt etwas Gaze über das Gefäß spannen oder dafür sorgen, dass eure Brutbox selbst ausbruchssicher ist. Achtet aber darauf, dass ein wenig Luft an das Substrat kommt - ein luftdichtes Verschließen ist keine gute Idee.

Tag 14

Nach zwei Wochen überführe ich das Ablagegefäß in die eigentliche Aufzuchtbox. In der Regel handelt es sich hierbei um ganz einfache Faunarien. Den Gazedeckel auf den Ablagebehältnissen entferne ich nun. Zudem stelle ich einen Topf mit Weizengras in die Box, da die frisch geschlüpften Tiere fast sofort mit dem Fressen beginnen.

Ab Tag 21

Nach ungefähr drei Wochen kann mit dem Schlupf gerechnet werden.

Das Video

Ihr seid gespannt, wie so etwas am Ende aussehen kann? Schaut euch gerne mein Video auf YouTube an.


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