Wachsmotten zuechten

Große Wachsmotten züchten

In diesem Artikel zeige ich euch, wie ich die große Wachsmotte (Galleria mellonella) vermehre.

Wichtig: Wachsmotten sind in der Imkerei Schädlinge. Achtet also besonders darauf, vorsichtig zu arbeiten. Zudem sind die Raupen echte Ausbruchskünstler, daher sollte vermehrt Wert auf einen Ausbruchsschutz geachtet werden.

Warum eigentlich?

Wachsmotten sind für viele Reptilien keine besonders guten Futtertiere, da sie - beispielsweise bei den von mir gehaltenen Zwergwaranen - auf Dauer zu einer Überfettung führen würden. Auch ist das Anreichern und Aufwerten mit Vitaminen nur bedingt möglich.

Als Leckerlis oder Futter für schwache Tiere können Wachsmottenraupen aber gut verwendet werden.

Die Materialliste

Habe ich schon erwähnt, dass Wachsmotten echte Ausbruchstkünstler sind? Ich hoffe es, denn sie zerbeißen mit ihren kräftigen Kiefern mühelos Holz und Plastik - vor allem, wenn sie hungrig sind.

Also muss das Zuchtbehältnis angepasst werden - Metall- oder Glasbehälter, sowie Edelstahlgaze sollten verwendet werden.

Ihr benötigt:

Die Montage der Zuchtbehältnisse

Sägt zunächst mit der Metallsäge den Griff vom Spritzschutz ab. Mit einer Pfeile könnt ihr den Rand schön glatt abschleifen.

Der von mir verlinkte Spritzschutz ist einer der güngstigsten auf Amazon und passt zudem perfekt in den von mir verlinkten Weißblecheimer.

Der Eimer, den ihr für die Puppen nutzt, benötigt nicht zwingend den zusätzlichen Ausbruchsschutz in Form des sehr feinen Edelstahlgewebes - der Eimer jedoch, den ihr für die Aufzucht der Raupen verwendet, sollte unbedingt über diese zusätzliche Sicherung verfügen.

Dafür schneidet ihr mit einer Schere (nehmt nicht die hochwertigste Schere, die ihr finden könntet, da das Schneiden zur Abstumpfung der Schere führen kann. Vielleicht findet ihr ja auch eine Draht- oder Blechschere im Keller) ein Stück des Edelstahlgewebes zu, sodass dies großzügig über den Eimer ragt. Nun richtet das Gewebe mittig aus und beginnt es an den Rändern ein wenig um die Kante des Eimers zu biegen - so bekommt ihr den Spannrahmen später besser drüber.

Achtet aber darauf, dass das Gewebe nicht zu sehr unter Spannung steht; der Spannrahmen wird beim Zuziehen schon dafür sorgen, dass das Gittergewebe straff sitzt. Schneidet ihr es zu knapp zu und spannt es zu sehr, so kann das Gitter reißen oder es deckt eventuell nicht den kompletten Eimer ab (was dann die Sicherung mittels Drahtgewebe ad absurdum führt).

Nun könntet ihr anmerken: Warum denn ein Drahtgitter? Warum keine Strumpfhose, Fliegengitter oder direkt eine Abdeckung aus Plastik?

Nun - Wachsmotten sind nicht schwierig zu halten - solange sie gefüttert werden sind sie recht anspruchslos. Sie sollten recht dunkel und warm, jedoch ohne direkte Sonneneinstrahlung gehalten werden.

Sie sind jedoch empfindlich, was die Bildung von Kondenswasser angeht. Eine dichte Abdeckung ist daher nicht zu empfehlen.

Durch weiches Material, Fliegengitter oder Strumpfhosen, fressen sich die Tiere mit Leichtigkeit hindurch.

Der Kreislauf

Ziel der Zucht soll ja eine möglichst dauerhaft laufende Zucht sein. Nutzt daher also mindestens zwei Eimer parallel: In einem Eimer befinden sich die Raupen, die sich noch nicht verpuppt haben - im anderen Eimer befinden sich die Puppen sowie die fertigen Falter. Da die Raupen, wenn sie erst an Masse zugelegt haben, in meinem Falle immer nach oben wandern und sich am Gitter verpuppen, lassen sich die Gitter-Deckel ganz einfach nach und nach austauschen.

So in etwa kann der Kreislauf dann aussehen:

  1. Raupen wachsen heran (Eimer 1).
  2. Raupen begeben sich zum Gitterdeckel und verpuppen sich (Eimer 1).
  3. Nachdem der Gitterdeckel voll ist und die Metamorphose in Kürze abgeschlossen ist, werden die Puppen in Eimer 2 gegeben. Hierfür wird lediglich der Deckel von Eimer 1 auf Eimer 2 gesetzt
  4. Ein neuer Deckel wird auf Eimer 1 gesetzt.
  5. Die Metamorphose in Eimer 2 ist abgeschlossen. Die fertigen Falter beginnen nahezu sofort mit der Paarung und legen Eier.
  6. Die Bienenwabe/das Kunstfutter wird aus Eimer 2 in Eimer 1 gelegt. Dort entwickeln sich erneut Raupen, die dann wiederum zur Verpuppung nach oben steigen und der Kreislauf beginnt erneut.

In meinem Falle nutze ich sogar 3 Eimer, um immer einen Reserve-Eimer zu haben, der genutzt werden kann, während ein lange genutzter Eimer gesäubert wird.

Das Futter

Wachsmotten leben parasitär in Bienenstöckern - dort ernähren sie sich von Pollen, teilweise von Wachs, Honig und Eiern der Bienen. Dabei zerstören sie die Waben. Es ist möglich, ein Kunstfutter herzustellen (hierzu später ein weiterer Blog-Post) - gerne genommen werden jedoch auch mehrfach bebrütete, ausgeschleuderte Honigwaben, die ihr vom Imker bekommt. Sprecht einfach mal einen Imker an - spielt dabei mit offenen Karten und erklärt euer Vorhaben und erklärt auch, wie ihr für den Ausbruchsschutz sorgen möchtet, denn Imker sind ab und zu zögerlich, wenn es um die Zucht von Tieren geht, die in ihren Augen Schädlinge darstellen.

Fazit

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Beitrag den Einstieg in die Zucht von Wachsmotten erleichtern. Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, so sprecht mich gerne an. Kommentiert einfach diesen Beitrag oder schaut euch das dazugehörige Video auf YouTube an.

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