• Grabfähiger Boden gefällig? Lehmsand aus dem Handel ist zu teuer.
Lehmsand

Grabfähiger Boden gefällig? Lehmsand aus dem Handel ist zu teuer.

Hallo zusammen,

heute möchte ich einmal darstellen, wie leicht und günstig die Beschaffung eines vernünftigen Bodengrundes sein kann.

Viele Reptilien müssen auf sogenanntem "grabfähigem Boden" gehalten werden. Dies bedeutet, dass der Boden nicht zu hart sein darf und dennoch ein wenig seine Form beibehalten muss, beispielsweise um kleine Höhlen oder Tunnel gestalten zu können.

Ideal geeignet hierfür ist Lehmsand. Lehmsand besteht, sofern er rein ist, aus genau den beiden Bestandteilen, die der Name anführt: Lehm und Sand.

Beides sind Stoffe, die in der Natur zu finden sind und in einer Verbindung zueinander - je nach Mischverhältnis und Sorte - verschiedene Eigenschaften annehmen.

Lehmsand aus der Zoohandlung? Lieber nicht!

Viele Zoohändler bieten fertige Produkte an. Diese sind in der Regel völlig in Ordnung - nur unglaublich teuer. Rechnet man den Preis pro Kilo aus, so trifft einen beinahe der Schlag.

Da ich nunmehr seit einem Jahr den Keller meines Hauses renoviere und hierfür natürliche Stoffe bei diffusionsoffener Bauweise verwende, kam ich schnell mit Lehmputzen und Lehmmörteln in Berührung. Auch hier sind die Bestandteile Lehmpulver und Sand. Der Preis pro Kilo ist bei Lehmmörteln bereits geringer als der Kilopreis der Sandmischungen in den Zoohandlungen. Doch auch hier merkte ich schnell: Die Masse macht's. Da ich mehrere Tonnen Lehmmörtel für meinen Ausbau benötigte, musste ich hier schnell umdisponieren und fand im Internet mehrere Anbieter, die die benötigten Bestandteile kostengünstig anbieten - doch auch hier kommt eine sehr teure Anlieferung dazu.

Nach einigen Recherchen fand ich ein lokales Unternehmen, welches Lehmbaustoffe herstellt und anbietet - nach kurzem telefonischem Kontakt stand fest: Der Preis pro Kilo ist auch hier noch einmal geringer und die Abholung könnte ich, da das Unternehmen nur wenige Kilometer entfernt ist, selbst erledigen.

Nun: Meinen Lehmmörtel konnte ich mittlerweile, je nach Bedarf, selbst herstellen. Ich verwendete hier verschiedene Körnergrößen bei der Beigabe des Sandes, um hier - je nach Mischungsverhältnis - Mörtel, Grobputz, Feinputz oder Rollputz herzustellen.

Auch eine Einfärbung - entweder durch den verwendeten Sand selbst - oder durch mineralische Zuschläge - funktionierte hervorragend.

Und langsam kam mir der Gedanke: Da ich derzeit an einem Terrarium mit den Maßen 2m 2m 1,60m arbeite, bietet sich das Anmischen eines eigenen Lehmsandes geradezu an.

Gesagt, getan: Anders als bei der Herstellung von Mörteln oder Putzen sollte der Lehmanteil deutlich geringer ausfallen. Je nach Größe der Sandkörner kann ein Anteil von 1:5 bereits ausreichend sein. Wichtig: Schlagt bei der Herstellung eures eigenen Lehmsandes keine Zusätze zu. Es ist nicht notwendig und kann in Verbindung mit dauerhaftem Kontakt zu Lebewesen ungewünschte Folgen haben.

Mein Tipp

Solltet ihr ein größeres Terrarium (oder mehrere kleine Terrarien) mit grabfähigem Lehmsand ausstatten wollen, so hört euch bei lokalen Baustoffhandlungen um. In meinem Falle wurde ich vom Raiffeisen Baustoffhandel, die selbst keine Lehmprodukte führen, direkt an den besagten Hersteller aus der Umgebung verwiesen.

Ein 30kg-Sack Lehmpulver kostet hier 8€. Der entsprechende Sand aus der örtlichen Kiesgrube kostete bei eigener Abholung nur ca. 5€. Das Ergebnis: 150kg grabfähiger Lehmsand aus eigener Herstellung. Natürlich müssen auch die 30kg Lehmpulver nicht auf einmal verwendet werden - Lehmpulver lässt sich trocken sehr gut lagern.

  • Der Vorteil: Hier weiß man, was drin ist. Lehm lässt sich zudem super lagern und ist wiederverwendbar.
  • Der Nachteil: Das Vermengen der Stoffe kann durchaus etwas staubig sein. Rüstet euch mit einem größeren Eimer aus und vermengt die Stoffe unter freiem Himmel oder in einem gut belüfteten Raum, der vielleicht auch eher als Hobbyraum konzipiert ist.

Wer den Aufwand scheut, der sollte dennoch darauf achten, auf welchen Untergründen seine Tiere leben. Viele Reptilien benötigen grabfähige Böden und werden - mitunter aufgrund schlechter Beratung in Zoohandlungen, mitunter aus Bequemlichkeit - auf völlig ungeeigneten Untergründen gehalten.

Bevor ihr also auf Vogelsand zurück greift, darf es auch der nicht-selbstgemachte Lehmsand (zum Beispiel: Terrariensand rot ) sein.

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