• Futter für Heuschrecken: Getreide und Pseudogetreide keimen lassen
Pseudogetreide keimen

Futter für Heuschrecken: Getreide und Pseudogetreide keimen lassen

Heuschrecken sind tolle Tiere: Sie eignen sich hervorragend als Futtertiere für diverse Reptilien (und auch für den Menschen), sind interessant zu beobachten und lassen sich gut züchten (meinen Bericht zum Umbau eines alten Möbelstückes hin zu einem Heuschreckenzuchtbehältnis findet ihr hier).

Nun ist aber genau so richtig: Heuschrecken benötigen sehr viel Wärme, Sonne und Futter.

Wenn die Leibspeise ausgeht

Wenn die Leibspeise, im Falle meiner Heuschrecken sind das definitiv Brombeerblätter, einmal knapp wird, so müssen die Tiere dennoch ständig mit Futter versorgt werden. Natürlich können auch Heuschrecken einmal kürzere Zeiten der Abstinenz hinnehmen, aber wer die Tiere einmal länger beobachtet hat, der wird feststellen, dass die Futteraufnahme rasend schnell und mit großer "Gier" erfolgt.

Nun werden meine Heuschrecken zusätzlich mit weichen, aber trockenen Haferflocken gefüttert, da Wanderheuschrecken dies gerne annehmen. Als Alleinfuttermittel, beispielsweise im Winter, wenn die Brombeersträucher keine neuen Blätter produzieren, sind diese jedoch kaum ausreichend.

Die Lösung: Gekeimte Getreide oder Pseudogetreide.

Pseudogetreide?

Neben den bekannten Getreidesorten wie Weizen oder Roggen existieren noch Pseudogetreide. Diese kommen in unserer Küche seltener vor, können aber teilweise sogar verwildert in Deutschland vorgefunden werden.

Pseudogetreide sind sind Körnerfrüchte - anders als die echten Getreidearten (Poaceae) stammen diese jedoch nicht von Pflanzen der Familie der Süßgräser und sind somit eben keine echten Getreide.

Dennoch lassen sich viele dieser Getreide ähnlich verarbeiten wie normale Getreidesorten. Bekannt sind vielen sicherlich folgende Pseudogetreide:

  • Buchweizen
  • Amarant
  • Quinoa

Welches Getreide kann ich keimen lassen?

Grundsätzlich lässt sich jedes Getreide keimen - ob Weizen, Roggen oder sogar Reis; das Keimen der Getreide unterscheidet sich grundsätzlich zwar in der Durchführung, aber hierfür gibt es ganz wunderbare Webangebote, die dies im Detail erläutern.

Wichtig ist stets: Nutzt keine behandelten Getreide und achtet, wenn möglich, auf Bioqualität.

Sowohl bei Getreiden als auch bei Pseudogetreiden können ungewünschte Stoffe in der Frucht selbst oder in der Fruchthülle stecken. Im Falle des Buchweizens etwa befindet sich in der Frucht ein hoher Anteil der Oxalsäure. Halter von Reptilien, die Grünfutter zu sich nehmen werden Oxalsäure kennen: Man rät nämlich von der Verfütterung von Pflanzen, die viel Oxalsäure beinhalten, ab, da diese Säure - vereinfacht gesagt - Mineralstoffe bindet, die dann von den Tieren nicht mehr verarbeitet werden können.

Dies kann zum Beispiel in Bezug auf die Aufnahme von Kalzium schnell zu einem Problem werden.

Unerwünschte Inhaltsstoffe, die der Pflanze meist als Fraßschutz dienen, können in den meisten Fällen durch ein Abkochen oder Dünsten vermindert oder vollständig zerstört werden. Diese Option scheidet für uns aus - aber auch der Keimprozess führt zu einem Abbau, wenn auch weniger stark.

Informiert euch daher über das von euch verwendete Getreide oder Pseudogetreide und nutzt die gekeimten Getreidekörner nicht zu früh als Futter - und natürlich auch nicht als Alleinfuttermittel. Die Mischung macht's.

Der Vorgang

Das Keimen von Getreiden, unabhängig von der Art, ist grundsätzlich in folgende Schritte zu unterteilen:

  • Einweichen
  • Spülen
  • Keimen lassen

Wie lange die Getreide einweichen, wie häufig diese gespült werden müssen und wie lange die Keimdauer ist, ist - wie schon erwähnt - von der Frucht selbst abhängig.

Das Einweichen

Füllt ein Glas mit dem von euch gewünschten Getreide - doch Vorsicht: Mehr als zu einem Drittel sollte das Glas nicht gefüllt werden, da die Körner sich durchaus ausdehnen.

Das Abspülen

Nach der Einweichzeit werden die Körner abgespült - das geschieht unter fließendem Wasser in einem Sieb oder einem anderen geeigneten Gefäß.

Beachtet dabei, dass das Wasser, in dem die Früchte eingeweicht wurden, durchaus eine schleimige Konsistenz haben kann. Dies sind ausgespülte, wasserlösliche Stoffe, die weder gefährlich sind noch irgendeinen Mangel anzeigen.

Ich habe in meinem Falle ein Tongefäß (Beispiel: Geo TZZ0933 Anzuchtsets TerradiSiena Keimgerät) genutzt, welches zum Keimen von Sprossen geeignet ist und in den oberen Etagen kleine Löcher im Boden besitzt.

Nachdem die Körner gut gespült wurden, werden diese in einem Keimgefäß belassen. Es gibt verschiedene Keimgläser (Beispiel: A. Vogel bioSnacky Keimglas) oder beispielsweise das von mir verwendete Tongefäß (Beispiel: Geo TZZ0933 Anzuchtsets TerradiSiena Keimgerät), die euch dabei unterstützen, die Körner feucht zu halten, ohne dass diese zu schimmeln anfangen.

Der Vorteil bei dem von mir genutzten Keimgerät ist, dass der Ton Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann und somit regulierend wirkt.

Nun müssen die Körner warm, aber nicht trocken gehalten werden. Ein Platz in der prallen Sonne ist genau so zu vermeiden wie ein Platz auf der Heizung. Für mich bewährt hat sich ein Platz auf meiner Kaffeemaschine. Der Kaffeeautomat gibt nach oben hin recht viel, aber nicht zu viel Wärme ab. Die Körner trocknen so nicht aus, bleiben allerdings schön warm.

Je nach Art fangen die Früchte dann nach einigen Stunden bis hin zu mehreren Tagen an zu keimen und können nach dem Erreichen einer gewünschten Größe weiter gezogen werden.

Probiert's aus!

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